Hotelwäsche-ABC

Ausrüstung

Unter Ausrüstung versteht man eine große Anzahl eingesetzter Verfahren, um der Rohware (d. h. der Stoff, wie er von der Webmaschine kommt) Aussehen und Gebrauchseigenschaften zu geben, z. B. Färben, Bleichen, Rauhen, Mercerisieren, Sanforisieren.

Baumwolle

Die Baumwollfaser ist das Samenhaar der Baumwollpflanze. Baumwolle liefert knapp die Hälfte des Welt-Textilfaseraufkommens. Faktoren, die ihre Qualität bei der Verarbeitung und im Endprodukt bestimmen sind Faserlänge, Faserfeinheit, Reinheit, Festigkeit, Farbe und Glanz. Je länger eine Faser, um so feiner ist sie normalerweise. Diese werden zur Herstellung gleichmäßiger, hochwertiger Garne eingesetzt (Mako). Baumwolle kann etwa 40 % ihres eigenen Gewichts an Wasser absorbieren, fühlt sich angenehm an, reizt nicht und wird deshalb besonders gerne für Textilien eingesetzt, die mit dem menschlichen Körper in Berührung kommen - das sind im Hotel z. B. Bettwäsche und Frottierwäsche.

Cretonne

Leinwandbindiges Baumwollgewebe.

Damast

Der Name wird allgemein für jacquardgemusterte Stoffe verwendet. Diese Gewebe, meist in Atlasbindung, zeichnen sich durch eine schöne Lichtreflektion der Musterung aus.

Einsprung

Die Schrumpfung (Krumpfen) von fabrikneuen Stoffen durch das Waschen. Liegt durchschnittlich je nach Qualität bei Bett- und Tischwäsche um 4-8 Prozent, bei Frottierwaren, bedingt durch die lockere Bindung bei der Herstellung, bis 15 Prozent.

Einstickung

Aufwertung und Kennzeichnung der Wäsche durch Einstickung von Schriftzügen, Emblemen, Wappen, etc. nach der Gewebeherstellung. Es können einfache und komplizierte Motive, auch mehrfarbig, gestickt werden. Einstickungen sind werbewirksam und repräsentieren ein einheitliches Unternehmens-Erscheinungsbild.

Einwebung

Bindungstechnische Einarbeitung von Namen oder Motiven bei der Gewebeherstellung. Besonders preiswerte Kennzeichnung der Wäsche. Mindestmengen sind bei dieser individuellen Anfertigung notwendig.

Garne

Die Fasern werden zu Einfachgarnen verarbeitet. Diese wiederum lassen sich zu Zwirnen zusammenfügen.

Garnfärbung

Färben der Garne vor dem Webprozeß. Mustereffekte, wie z. B. ein sich farblich abhebender Atlasstreifen sind durch verschiedenfarbige Garne in Kette und Schuß möglich.

Gewebe

Textilien, die aus Längs- oder Kettfäden und Quer- oder Schußfäden hergestellt sind, die miteinander, je nach Gewebestruktur oder gewünschter Musterung, während des Webens gekreuzt wurden. Die Art in der die Kett- und Schußfäden miteinander verkreuzt sind, nennt man Bindung. Die drei Grundbindungen sind: Leinwandbindung Köperbindung Atlasbindung (Schußatlas) Atlasbindung (Kettatlas) Die Atlasbindung wird auch als Satinbindung bezeichnet.

Halbleinen

Mischgewebe, bei dem Kette oder Schuß aus Leinengarn besteht, Gewichtanteil des Leinens mindestens 41 %. Mischungspartner ist meist Baumwolle.

Hotelverschluß

Machart bei Kissen- und Deckenbezügen. Kissen und Einziehdecke wird durch einen Einschlag im Bezug gehalten. Bezüge mit Hotelverschluß bieten Vorteile beim Wäschewechseln und mangeln.

Jacquardweberei

Bei Jacquard-Stoffen handelt es sich um Gewebe mit komplizierter Musterung, die sehr detailliert sein kann, z. B. Motiveinwebungen. Ein EDV-System steuert die einzelnen Fäden zur Musterbildung. 

Kalander

Ausrüstungsmaschine zur Erzielung von Dichte und Glanzeffekten.

Kette

In Längsrichtung des Gewebes verlaufende Fäden.

Leinen

Begriff für Gewebe aus den Bastfasern der Flachspflanzen. Leinen ist strapazierfähig und von langer Lebensdauer. Seine glatte Faseroberfläche macht es absolut flusenfrei. Ausschließlich aus Leinengarn hergestellte Gewebe werden als Reinleinen bezeichnet.

Linon

Leinwandbindiges, gebleichtes Baumwollgewebe (Cretonne, Renforcé) ohne Muster.

Mako

Langfaserige, ägyptische Baumwolle. Durch hervorragende Spinneigenschaften ergeben sich gleichmäßige feine Garne und somit schönes Warenbild mit elegantem Aussehen.

Mercerisieren

Bekanntes Veredelungsverfahren, welches Baumwollgeweben einen edlen, seidenartigen und waschbeständigen Glanz verleiht.

Modal

Name für regenerierte Zellulosefasern, die in ihren Eigenschaften der Baumwolle ähneln. Ein besonders gleichmäßiges Faserprodukt mit höherer Reißfestigkeit gegenüber Baumwolle. Mit Modal können nur jene modifizierten Zellulosefasern bezeichnet werden, die unter Belastung eine geringe Dehnung aufweisen. Die bewährte Textilfaser Modal bietet vor allem als Mischungspartner mit Baumwolle viele Vorteile. Modal wird aus Buchenholz gewonnen und besitzt natürliche Eigenschaften sowie schönen Fall, seidigen Glanz und ein hervorragendes Farbaufnahmevermögen, das gerade bei stückgefärbter Ware brillant in Erscheinung tritt. Auch nach vielen Wäschen bleiben Baumwoll/Modal-Gewebe formstabil und geschmeidig. Sie sind leicht zu pflegen und behalten ihre Farbbrillanz.

Polyacryl

Syntheticfaser, hitzeempfindlich, zeichnen sich aber durch einfache Pflege aus. So kann man z. B. Tischdecken aus Acryl nach dem Waschen tropfnaß aufhängen, das Gewebe wird glatt und braucht nicht gemangelt zu werden. Synthetischer Griff.

Polyester

Syntheticfaser, welche eine gute Säure- und Lichtbeständigkeit besitzt. Zeigt hohe biologische Resistenz und ist in der Formbeständigkeit anderen Syntheticfasern überlegen. Geringes Wasserrückhaltevermögen. Die Fasern kommen unter verschiedenen Markennamen auf den Markt wie Diolen, Trevira, Kodel.

Renforcé

Leichter, leinwandbindiger Bettwäschestoff aus Baumwolle.

Sanforisieren

Ausrüstungsverfahren für Berufskleidungsstoffe und Spannbettücher zur Vorwegnahme des Wareneinsprungs (Krumpfen). Nach dem Sanforisieren beträgt die Restschrumpfung maximal 1 Prozent.

Schuß

In Querrichtung des Gewebes verlaufende Fäden.

Stückfärbung

Die Färbung des gewebten Stoffes. Die Farbgebung ist dadurch gleichmäßig einfarbig.

Vollzwirn

Ausschließlich gezwirnte Garne in Kett- und Schußrichtung. Eine Produktausstattung für besonders hohe Haltbarkeit und somit lange Lebensdauer.

Zwirn

Entsteht durch Zusammendrehen zweier Einzelgarne. Die Festigkeit wird dadurch erheblich gesteigert und die Gleichmäßigkeit des Gewebes verbessert.

Zwirnkette

Auch Kettzwirn genannt. Die Kette besteht aus gezwirnten Garnen, der Schuß aus Einfachgarn.